VPN-Router-Setup
ExpressVPN auf kompatiblen Routern: Asus, Linksys und Netgear 2026
ExpressVPN läuft nicht direkt auf einer Fritz!Box, weil AVM kein OpenVPN und kein Lightway unterstützt. Wer das VPN im gesamten Heimnetz nutzen will, kann aber auf einen kompatiblen Drittanbieter-Router ausweichen. ExpressVPN listet 18 Modelle von Asus, Linksys und Netgear offiziell als kompatibel. In diesem Artikel zeigen wir, welche Router funktionieren und wie Sie die OpenVPN-Konfiguration importieren.
Wichtig vorab
Diese Anleitung funktioniert für die unten gelisteten Router. Die Fritz!Box bleibt Ihr Haupt-Router für Internet und Telefonie, der VPN-Router wird per LAN-Kabel an die Fritz!Box angeschlossen und stellt ein eigenes WLAN für die Geräte bereit, die VPN nutzen sollen.
Warum ExpressVPN nicht auf der Fritz!Box läuft
AVM hat die VPN-Unterstützung der Fritz!Box über die Jahre deutlich ausgebaut, aber bei den unterstützten Protokollen gibt es klare Grenzen:
| Protokoll | Fritz!Box-Unterstützung | ExpressVPN-Unterstützung |
|---|---|---|
| WireGuard | Ja, ab Fritz!OS 7.50 | Nein |
| IPSec/IKEv2 | Ja | Nein |
| OpenVPN | Nein (kein offizieller Support) | Ja |
| Lightway (Express-eigen) | Nein | Ja |
Die Fritz!Box kann also weder mit ExpressVPNs Standardprotokollen umgehen, noch liefert ExpressVPN eine WireGuard-Konfiguration. Wer ExpressVPN im Heimnetz nutzen will, braucht einen anderen Router oder den Aircove von ExpressVPN selbst.
Drei Wege, ExpressVPN trotzdem zu nutzen
Wer ExpressVPN abonniert hat und es im Heimnetz nutzen will, hat drei realistische Optionen:
- ExpressVPN auf jedem Endgerät einzeln installieren (kostenlos, aber Smart-TVs und Konsolen bleiben ungeschützt)
- Den Aircove-Router hinter der Fritz!Box betreiben (250 EUR einmalig, alle Geräte geschützt, schlüsselfertig)
- Einen kompatiblen Drittanbieter-Router anschaffen und mit OpenVPN konfigurieren (60 bis 200 EUR, mehr Konfigurationsaufwand, aber günstiger als Aircove)
Dieser Artikel fokussiert sich auf Option 3. Wenn Sie Endgeräte-Apps nutzen oder den Aircove kaufen wollen, brauchen Sie keine Konfiguration am Router.
Kompatible Router für ExpressVPN
ExpressVPN listet auf seiner Webseite drei Router-Marken mit insgesamt 18 Modellen, die offiziell unterstützt werden. Die Liste stammt aus der ExpressVPN-Kompatibilitätsübersicht und gibt den Stand von Juni 2026 wieder.
Asus Router
| Modell | Hinweis |
|---|---|
| Asus RT-AC56R | Standardmodell |
| Asus RT-AC56S | Standardmodell |
| Asus RT-AC56U | Standardmodell |
| Asus RT-AC68U | Bis Version 3 |
| Asus RT-AC87U | Standardmodell |
Linksys Router
| Modell | Hinweis |
|---|---|
| Linksys EA6200 | Standardmodell |
| Linksys WRT1200AC | Standardmodell |
| Linksys WRT1900AC 13J1 | Hardware-Version 13J1 |
| Linksys WRT1900AC 13J2 | Hardware-Version 13J2 |
| Linksys WRT1900ACS | Standardmodell |
| Linksys WRT1900ACS V2 | Hardware-Version V2 |
| Linksys WRT3200ACM | Standardmodell |
| Linksys WRT32X | Gaming-Router |
Netgear Router
| Modell | Hinweis |
|---|---|
| Netgear R6300v2 | Standardmodell |
| Netgear Nighthawk R6400v2 | Nighthawk-Serie |
| Netgear Nighthawk R6700v3 | Nighthawk-Serie |
| Netgear Nighthawk R7000 | Nighthawk-Serie |
| Netgear Nighthawk R7000P | Nighthawk-Serie |
Wenn Sie einen dieser Router bereits besitzen, können Sie ExpressVPN direkt darauf einrichten. Wenn nicht, sind gebrauchte Modelle wie der Asus RT-AC68U oder der Linksys WRT3200ACM oft schon für 50 bis 80 EUR auf dem Gebrauchtmarkt zu finden.
Hinweis zur Aktualität: ExpressVPN aktualisiert die Liste kompatibler Router unregelmäßig. Prüfen Sie vor dem Kauf eines gebrauchten Routers, ob Ihr Wunschmodell noch unterstützt wird. Die aktuelle Liste finden Sie auf der ExpressVPN-Webseite unter “VPN für Router”.
Setup-Übersicht: So hängen Sie den VPN-Router an die Fritz!Box
Bevor wir die ExpressVPN-Konfiguration auf dem Router einrichten, muss er korrekt mit der Fritz!Box verbunden werden. So bleibt Ihre Fritz!Box für Internet und Telefonie zuständig, und der VPN-Router baut das VPN auf.
Schritt 1: VPN-Router physisch anschließen
- Fritz!Box läuft wie gewohnt (Internet, WLAN, Telefonie, Smart-Home)
- VPN-Router mit dem Stromnetz verbinden und einschalten
- VPN-Router über LAN-Kabel an einen freien LAN-Port der Fritz!Box anschließen
- VPN-Router bekommt automatisch eine IP-Adresse von der Fritz!Box (meist 192.168.178.x)
- VPN-Router-Interface im Browser öffnen (Adresse steht im Router-Handbuch, meist 192.168.1.1 oder 192.168.50.1)
Schritt 2: VPN-Router als Access Point einrichten
Standardmäßig will der VPN-Router selbst Internet bereitstellen, aber er soll nur das VPN durchreichen. Stellen Sie den Betriebsmodus auf “Access Point” um:
- Im Router-Menü unter Administration, Betriebsmodus oder System nach der Einstellung suchen
- Auf “Access Point” oder “Bridge-Modus” umstellen
- DHCP-Server deaktivieren (das macht weiterhin die Fritz!Box)
- Eigene WLAN-SSID vergeben (zum Beispiel “VPN-WLAN”), damit Sie wissen, welches Netz VPN nutzt
Schritt 3: WLAN für VPN-Geräte einrichten
Vergeben Sie dem VPN-Router eine eigene WLAN-SSID, die Sie klar von der Fritz!Box unterscheiden können. Wer VPN braucht, verbindet sich mit diesem WLAN. Wer kein VPN braucht, bleibt im normalen Fritz!Box-WLAN.
Praktisch sieht das so aus:
- Fritz!Box-WLAN heißt wie bisher, zum Beispiel “MeinHeimnetz”
- VPN-Router-WLAN heißt neu, zum Beispiel “MeinHeimnetz-VPN”
- Geräte, die VPN brauchen, verbinden Sie mit dem VPN-WLAN
- Geräte ohne VPN-Bedarf bleiben im normalen WLAN
ExpressVPN-Konfiguration auf dem Router importieren
Nach der physischen Einrichtung importieren Sie die OpenVPN-Konfigurationsdatei aus Ihrem ExpressVPN-Konto. Die genauen Menüpunkte variieren je nach Router-Modell, das Grundprinzip ist aber bei allen gleich.
Schritt 1: Konfigurationsdatei aus ExpressVPN herunterladen
- Auf expressvpn.com in Ihrem Konto anmelden
- Gehen Sie auf Mein Konto, dann auf Manuelle Konfiguration oder OpenVPN-Konfiguration
- Wählen Sie den gewünschten Server-Standort (zum Beispiel Frankfurt, Zürich oder Amsterdam)
- Laden Sie die .ovpn-Datei für diesen Standort herunter
- Notieren Sie den angezeigten Benutzernamen und das Passwort (das sind nicht Ihre normalen Login-Daten)
Tipp: Wenn Sie später mehrere Standorte brauchen, laden Sie jetzt schon mehrere .ovpn-Dateien herunter. Sie können alle parallel im Router importieren und bei Bedarf wechseln.
Schritt 2: OpenVPN-Client im Router aktivieren
Öffnen Sie das Router-Interface im Browser. Die genauen Menüpunkte hängen vom Modell ab:
| Router-Marke | Typischer Menüpfad |
|---|---|
| Asus (Standardfirmware) | VPN, dann VPN-Client, dann OpenVPN |
| Asus mit Merlin-Firmware | VPN, dann OpenVPN Clients |
| Linksys | Smart Wi-Fi Tools, dann VPN |
| Netgear Nighthawk | Erweitert, dann Erweiterte Einstellungen, dann VPN-Dienst |
Aktivieren Sie den OpenVPN-Client und wählen Sie die Option “OpenVPN” (nicht PPTP oder L2TP). Bei Asus und Netgear tragen Sie die Konfigurationsdaten direkt ein. Bei Linksys wird die .ovpn-Datei über ein Web-Formular hochgeladen.
Schritt 3: .ovpn-Datei importieren
Je nach Router gibt es zwei Wege:
Asus und Netgear: Die .ovpn-Datei enthält bereits alle Verbindungsdaten. Sie müssen den Inhalt in ein Textfeld im Router-Interface kopieren oder die Datei direkt hochladen. Das Router-Interface zeigt Ihnen dafür einen “Datei auswählen”-Button oder einen “Text einfügen”-Bereich.
Linksys: Öffnen Sie die .ovpn-Datei in einem Texteditor und kopieren Sie die einzelnen Werte (Server, Port, Benutzername, Passwort) in die entsprechenden Felder. Der Vorgang ist manueller als bei Asus.
Schritt 4: Benutzername und Passwort eintragen
Tragen Sie den speziellen OpenVPN-Benutzernamen und das Passwort aus dem ExpressVPN-Dashboard ein. Das sind NICHT Ihre normalen ExpressVPN-Login-Daten. Wenn Sie versehentlich die falschen Daten eintragen, baut der Router die Verbindung nicht auf.
Schritt 5: Verbindung aktivieren
Speichern Sie die Konfiguration und aktivieren Sie die VPN-Verbindung. Der Router braucht 10 bis 30 Sekunden für den Verbindungsaufbau. Im Status-Menü sehen Sie, ob die Verbindung erfolgreich ist (grünes Häkchen oder ähnliche Anzeige).
Schritt 6: Verbindung testen
Verbinden Sie ein Gerät (Laptop oder Smartphone) mit dem VPN-WLAN des Routers und prüfen Sie:
- Öffnen Sie ipleak.net oder whatismyipaddress.com im Browser
- Die angezeigte IP-Adresse muss zu Ihrem gewählten ExpressVPN-Standort passen
- DNS-Server dürfen nicht Ihr Internetanbieter sein
- Testen Sie einen kurzen Speed-Test (speedtest.net), um die Geschwindigkeit zu prüfen
Funktioniert alles, ist Ihr VPN-Router das Gateway für alle Geräte im VPN-WLAN.
Performance-Erwartungen
Die Geschwindigkeit hängt stark vom Router-Modell ab. Hier eine grobe Einschätzung:
| Router-Klasse | Erwartete OpenVPN-Geschwindigkeit | Empfehlung |
|---|---|---|
| Linksys WRT3200ACM / WRT32X | 100 bis 150 Mbit/s | Streaming, Surfen |
| Asus RT-AC68U | 80 bis 120 Mbit/s | Streaming, Surfen |
| Netgear Nighthawk R7000 / R7000P | 80 bis 130 Mbit/s | Streaming, Surfen |
| Asus RT-AC56U / RT-AC87U | 50 bis 90 Mbit/s | Surfen, Standard-Streaming |
| Ältere Modelle (RT-AC56R, EA6200) | 30 bis 60 Mbit/s | Surfen |
Zum Vergleich: Eine native ExpressVPN-App auf einem modernen PC schafft 400 bis 500 Mbit/s mit Lightway. Auf einem OpenVPN-fähigen Router verlieren Sie Faktor 3 bis 10. Für die meisten deutschen Internetanschlüsse mit 50 bis 250 Mbit/s reicht das trotzdem.
Welche Variante passt zu wem?
Endgeräte-Apps eignen sich für:
- Nutzer mit nur 1 bis 3 Geräten, die VPN brauchen
- Wer schnell und ohne Hardware-Investition starten will
- Wer keine Smart-TVs oder Spielkonsolen absichern muss
- Reisende, die das VPN ohnehin nur unterwegs nutzen
Aircove-Router eignet sich für:
- Familien mit vielen Geräten (Smart-TV, Konsole, Smart-Home)
- Wer eine unkomplizierte Plug-and-Play-Lösung sucht
- Wer bereit ist, 250 EUR für zusätzliche Hardware auszugeben
- Wer die Fritz!Box als Haupt-Router behalten will
Drittanbieter-Router mit OpenVPN eignet sich für:
- Nutzer, die einen der kompatiblen Router bereits besitzen
- Technisch versierte Nutzer mit Konfigurationserfahrung
- Wer günstiger als mit dem Aircove wegkommen will (50 bis 200 EUR)
- Wer bereit ist, 1 bis 2 Stunden für die Konfiguration zu investieren
Häufige Fragen
Welche Router-Marke ist für ExpressVPN am besten?
Alle drei unterstützten Marken funktionieren, aber die Asus-Modelle haben den Vorteil, dass die OpenVPN-Einrichtung im Web-Interface am einfachsten ist. Die Linksys-WRT-Serie ist technisch sehr gut, aber die Konfiguration erfordert mehr Handarbeit. Netgear Nighthawk liegt dazwischen.
Kann ich einen dieser Router als Haupt-Router nutzen?
Ja, technisch können Sie die Fritz!Box komplett durch einen Asus- oder Linksys-Router ersetzen. Sie verlieren dann aber die AVM-spezifischen Funktionen wie DECT-Telefonie, Smart-Home-Integration und die einfache Fritz!Box-Benutzeroberfläche. Wir empfehlen die Variante mit Fritz!Box als Haupt-Router und VPN-Router dahinter, weil sie beide Systeme optimal nutzt.
Was kostet ein gebrauchter VPN-Router?
Die Asus RT-AC68U und Linksys WRT1900ACS sind für 40 bis 80 EUR auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Die Netgear Nighthawk R7000 Modelle kosten neu zwischen 100 und 150 EUR.
Funktioniert die VPN-Verbindung auch bei einem Router-Neustart automatisch?
Ja, die meisten Router setzen die OpenVPN-Verbindung nach einem Neustart automatisch wieder auf. Es kann 30 bis 60 Sekunden dauern, bis die Verbindung wieder steht.
Kann ich mehrere VPN-Standorte parallel nutzen?
Ja, die Router unterstützen mehrere OpenVPN-Profile parallel. Sie können zum Beispiel Frankfurt für Banking und Amsterdam für Streaming gleichzeitig konfigurieren und je nach Bedarf umschalten.
Was passiert, wenn ich ein Fritz!Box-Modell aus der Liste ExpressVPNs habe?
Die Fritz!Box ist nicht in der Liste kompatibler Router. Es gibt keine offizielle ExpressVPN-Unterstützung und keine funktionierende OpenVPN-Konfiguration für AVM-Router. Bleiben Sie bei einer der drei genannten Alternativen oder wechseln Sie zu einem VPN-Anbieter mit WireGuard-Support.
Fazit
ExpressVPN läuft nicht auf der Fritz!Box, aber auf 18 Routern von Asus, Linksys und Netgear. Wer einen dieser Router besitzt oder günstig gebraucht kaufen kann, bekommt eine vollwertige Heimnetz-VPN-Lösung für 50 bis 200 EUR.
Die Einrichtung erfordert technisches Verständnis, ist aber in 1 bis 2 Stunden machbar. Wichtigster Schritt: die Fritz!Box bleibt Ihr Haupt-Router, der VPN-Router wird per LAN-Kabel angeschlossen und stellt ein zweites WLAN bereit. So können Sie pro Gerät entscheiden, ob es VPN nutzen soll oder nicht.
Wer keine zusätzliche Hardware kaufen will und ExpressVPN trotzdem nutzen möchte, installiert die Apps auf den Endgeräten einzeln. Wer eine schlüsselfertige Lösung sucht, kauft den Aircove für 250 EUR. Beide Alternativen funktionieren ohne Fritz!Box-Konfiguration.
ExpressVPN auf Endgeräten oder Aircove nutzen
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